Kurz gesagt: Führen Sie die Flasche ein, wenn das Stillen gut eingespielt ist – häufig nach 3 bis 4 Wochen ausschließlichem Stillen; beim Zufüttern von Säuglingsnahrung empfiehlt der britische NHS 6 bis 8 Wochen. Nutzen Sie einen Sauger mit langsamem Durchfluss, füttern Sie im Tempo des Babys (Flasche fast waagerecht, mit Pausen) und pumpen Sie bei jeder ersetzten Stillmahlzeit ab, um die Milchmenge zu erhalten.
Autorin: Eva Birsa, Mama und Mitgründerin von Evitas · Aktualisiert: 28.09.2026
Was bedeutet Zufüttern mit der Flasche?
Beim kombinierten Füttern (Teilstillen) bekommt das Baby einen Teil der Mahlzeiten an der Brust und einen Teil aus der Flasche – mit abgepumpter Muttermilch, Säuglingsnahrung oder beidem. Gründe gibt es viele: Rückkehr in den Job, der Partner übernimmt Nachtmahlzeiten, zu wenig Milch oder einfach mehr Freiheit. Jede Mahlzeit Muttermilch zählt – Zufüttern ist kein „Alles oder nichts“.
Wann die Flasche einführen?
In den ersten Wochen spielen sich Stillen und Milchbildung erst ein. Fachleute raten daher, mit der Flasche zu warten, bis das Stillen gut klappt:
- Abgepumpte Muttermilch: Das Nationwide Children's Hospital empfiehlt, in den ersten 3 bis 4 Wochen ausschließlich zu stillen. Wenn Sie wieder arbeiten gehen, beginnen Sie 1 bis 2 Wochen vorher mit der Flasche, damit sich Ihr Baby daran gewöhnt.
- Säuglingsnahrung: Der NHS (Best Start in Life) empfiehlt, mit dem Zufüttern 6 bis 8 Wochen nach der Geburt zu beginnen, weil ausschließliches Stillen die Milchbildung anregt.
Bieten Sie die erste Flasche an, wenn Ihr Baby ruhig und wach ist – nicht, wenn es sehr hungrig oder müde ist. Bei Unsicherheit hilft Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin (IBCLC).
Abgepumpte Muttermilch oder Säuglingsnahrung?
| Abgepumpte Muttermilch | Säuglingsnahrung (Pre-Nahrung) | |
|---|---|---|
| Einfluss auf die Milchmenge | Sie erhalten sie durch Abpumpen | jede ersetzte Mahlzeit ohne Abpumpen senkt die Milchmenge |
| Was Sie brauchen | Milchpumpe, Aufbewahrungsbehälter oder -beutel | Milchpulver, abgekochtes Wasser, genaues Dosieren |
| Zubereitung | gelagerte Milch erwärmen | für jede Mahlzeit frisch zubereiten |
| Wann sinnvoll | wenn Sie bei Muttermilch bleiben möchten | wenn die Milch nicht reicht oder Sie nicht abpumpen möchten |
Wie Sie eine Pumpe auswählen, lesen Sie im Ratgeber Milchpumpe kaufen; zur Zubereitung von Säuglingsnahrung siehe Flaschennahrung: Zubereitung und Trinkmenge.
So bleibt die Milchmenge erhalten
- Bekommt Ihr Baby statt der Brust die Flasche, pumpen Sie etwa zur gleichen Zeit ab – so erhält Ihr Körper weiterhin das Signal zur Milchbildung.
- Führen Sie Flaschen schrittweise ein, nicht von heute auf morgen. Laut NHS erhöht ein abruptes Weglassen von Stillmahlzeiten das Risiko für Milchstau und Brustentzündung.
- Um die Milchmenge zu steigern, empfiehlt der NHS viel Hautkontakt, häufiges Anlegen und etwa 8-mal täglich abzupumpen, auch einmal nachts.
- Für gelegentliches Abpumpen reicht eine Handpumpe, etwa die Canpol babies Basic Light; für regelmäßiges Abpumpen ist eine elektrische oder tragbare Pumpe praktischer, etwa die Canpol babies SmartSense.
Bedürfnisorientiertes Füttern mit der Flasche (Paced Feeding)
An der Brust bestimmt das Baby Durchfluss und Pausen. Aus der Flasche fließt die Milch leichter, deshalb ist es wichtig, im Tempo des Babys zu füttern. UNICEF UK empfiehlt:
- Halten Sie Ihr Baby halb aufrecht nah bei sich, sodass Sie sein Gesicht sehen.
- Streichen Sie mit dem Sauger sanft über die Oberlippe und warten Sie, bis es den Mund öffnet und den Sauger selbst aufnimmt.
- Halten Sie die Flasche fast waagerecht (leicht geneigt), damit die Milch nicht zu schnell fließt.
- Achten Sie auf Pausensignale (gespreizte Finger, Milch läuft aus dem Mund, hört auf zu saugen, dreht den Kopf weg) und pausieren Sie.
- Drängen Sie Ihr Baby nicht, die Flasche leer zu trinken – so lernt es, Hunger und Sättigung zu folgen.
Lassen Sie Ihr Baby nie allein mit einer abgestützten Flasche (NHS).
Welcher Sauger und welcher Durchfluss?
Beim Zufüttern empfiehlt der NHS einen Sauger mit langsamem Durchfluss, der den Milchfluss an der Brust nachahmt. Gleichzeitig betont der NHS, dass es keine Belege dafür gibt, dass ein Sauger- oder Flaschentyp besser ist als ein anderer – jedes Baby ist anders, manchmal muss man mehrere ausprobieren. Für gestillte Babys wählen Eltern oft einen Sauger mit breiter Basis, der ein weites Ansaugen fördert.
| LOVI Mammafeel | Canpol babies Natural Shape | |
|---|---|---|
| Saugerform | breite, hautfarbene Basis, weiche Spitze aus zwei Silikonarten | Zwei-Zonen-Sauger DuoFlex: elastische Spitze und stabile breite Basis |
| Durchfluss laut Hersteller | MINI 0m+, SLOW 3m+, MEDIUM 6m+, FAST 9m+, CROSS-CUT 6m+ | mini 0m+ (150 ml), langsam 3m+, mittel 6m+, schnell 12m+ |
| Besonderheit | Saugstudie mit 102 Babys (2023, laut Hersteller) | Milch fließt nur bei aktivem Saugen; kompatibel mit der SmartSense-Pumpe |
| In unserem Shop | Flasche 150 ml, Sauger MINI 0m+ | Flasche 150 ml, Sauger 3m+ |
Mehr zu den LOVI-Saugergrößen lesen Sie in LOVI Mammafeel Babyflasche: Erfahrungen und Saugergrößen. Alle Optionen finden Sie bei den Babyflaschen und Saugern. Wie Sie eine Flasche im Hinblick auf Koliken auswählen, erklären wir in Anti-Kolik-Flasche.
Wer gibt die Flasche?
Die ersten Flaschen sollte eine andere Person geben (Partner, Oma), am besten, wenn Sie nicht in der Nähe sind – Ihr Baby riecht Sie und erwartet die Brust. Der NHS rät außerdem zu einer anderen Haltung als beim Stillen. Hat sich Ihr Baby daran gewöhnt, können auch andere Bezugspersonen füttern; UNICEF UK empfiehlt jedoch, dass in den ersten Wochen und Monaten die meisten Mahlzeiten von den Eltern bzw. Hauptbezugspersonen gegeben werden, weil sich Babys so sicherer fühlen.
Wenn das Baby die Flasche (oder die Brust) ablehnt
- Bieten Sie die Flasche ein bis zwei Stunden nach dem Stillen an, wenn Ihr Baby wach, aber nicht vor Hunger weinend ist (HealthyChildren.org).
- Geben Sie ein paar Tropfen Muttermilch auf den Sauger.
- Halten Sie Versuche kurz; klappt es nicht, versuchen Sie es einige Stunden später oder mit einem anderen Sauger.
- Trinkt Ihr Baby nach Einführung der Flasche schlechter an der Brust, reduzieren Sie die Flaschen, füttern Sie im Tempo des Babys und holen Sie sich Hilfe bei einer Stillberaterin.
Häufige Fragen
Macht die Flasche das Stillen kaputt?
Nicht unbedingt. Laut NHS gibt es einige Hinweise, dass Babys an der Flasche ein anderes Saugmuster lernen. Warten Sie daher, bis das Stillen eingespielt ist, und füttern Sie bedürfnisorientiert mit langsamem Durchfluss.
Wie viel Milch kommt in die Flasche?
Bei Muttermilch mit kleinen Mengen beginnen und auf Sättigungszeichen achten. Bei Säuglingsnahrung die Angaben auf der Packung und den Rat der Kinderärztin befolgen; Ihr Baby muss nicht austrinken.
Darf ich Muttermilch und Säuglingsnahrung in einer Flasche mischen?
Meist wird empfohlen, beides getrennt zu geben, damit keine Muttermilch weggeschüttet werden muss, wenn das Baby nicht austrinkt. Fragen Sie Ihre Kinderärztin.
Wann auf einen schnelleren Durchfluss wechseln?
Altersangaben sind nur Richtwerte. Beim Zufüttern bleiben Babys oft länger beim langsamen Durchfluss; wenn Ihr Baby sich sichtlich anstrengt oder die Mahlzeit sehr lange dauert, probieren Sie die nächste Stufe.
Muss ich Fläschchen sterilisieren?
Ja. Der NHS empfiehlt, Flaschen und Sauger mindestens bis zum 12. Lebensmonat zu sterilisieren.
Quellen
- NHS – How to combine breast and bottle feeding
- NHS Best Start in Life – Introduction to mixed feeding
- NHS – Bottle feeding advice
- UNICEF UK Baby Friendly – Infant formula and responsive bottle feeding
- Nationwide Children's Hospital – Introducing a bottle
- HealthyChildren.org (AAP) – Introducing the bottle
- LOVI – Mammafeel
- Canpol babies – Natural Shape bottle with dual-zone teat
Die Inhalte dienen der Information und ersetzen nicht den Rat Ihrer Kinderärztin oder Ihres Kinderarztes.


