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Stillen in den ersten Wochen: Anlegen, Häufigkeit, genug Milch

Canpol babies 3D blazinice za dojenje – pripomoček za prve tedne dojenja novorojenčka

Kurz gesagt: In den ersten Wochen stillen Sie Ihr Neugeborenes bei den ersten Hungerzeichen, tagsüber und nachts – meist mindestens 8- bis 12-mal in 24 Stunden. Entscheidend ist gutes Anlegen: weit geöffneter Mund, Kinn an der Brust und kein Schmerz während der ganzen Stillmahlzeit. Ob Ihr Baby genug Milch bekommt, zeigen nasse und volle Windeln (ab dem 5.–6. Tag mindestens 5–6 schwere nasse Windeln täglich) und die Gewichtszunahme.

Autorin: Eva Birsa, Mama und Mitgründerin von Evitas · Aktualisiert: 26.10.2026

Die erste Stunde und das Kolostrum

WHO und UNICEF empfehlen, innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt mit dem Stillen zu beginnen; der britische NHS rät zu Haut-zu-Haut-Kontakt direkt nach der Geburt – Babys sind dann meist wach und suchen aktiv die Brust. Klappt das erste Anlegen nicht (z. B. nach einem Kaiserschnitt oder wenn Ihr Baby versorgt werden muss), beginnen Sie, sobald es möglich ist; laut La Leche League ist es für Hautkontakt nie zu spät.

Die erste Milch ist das Kolostrum (Vormilch): dickflüssig, gelblich und in kleinen Mengen – laut NHS braucht Ihr Baby in den ersten Tagen nur etwa einen Teelöffel pro Mahlzeit. Deshalb sind häufige Stillmahlzeiten normal. Der Milcheinschuss kommt meist 2 bis 4 Tage nach der Geburt, die Brüste werden dann voller und schwerer (NHS).

Richtig anlegen und Stillpositionen

Nach NHS und der UNICEF UK Baby Friendly Initiative ist gutes Anlegen die wichtigste Fähigkeit am Anfang – es beugt wunden Brustwarzen vor und ermöglicht Ihrem Baby, effektiv zu trinken.

  • Bequem: Setzen Sie sich oder lehnen Sie sich zurück; legen Sie bei Bedarf ein Kissen unter Arme oder Baby, die Schultern bleiben locker.
  • Nah und in einer Linie: Ihr Baby liegt Ihnen mit dem ganzen Körper zugewandt, Kopf und Körper bilden eine Linie.
  • Nase auf Höhe der Brustwarze: Der Kopf bleibt frei, damit Ihr Baby ihn leicht nach hinten neigen kann; halten Sie es nicht am Hinterkopf fest.
  • Weit geöffneter Mund: Wenn es den Mund weit öffnet, ziehen Sie es an die Brust – zuerst berührt das Kinn die Brust, die Unterlippe erfasst mehr vom Warzenhof.

Zeichen für gutes Anlegen (NHS): Das Kinn berührt die Brust, die Nase ist frei, oberhalb der Oberlippe ist mehr vom dunkleren Warzenhof zu sehen als unterhalb der Unterlippe, die Wangen sind voll und rund. Die Mahlzeit beginnt mit einigen schnellen Saugzügen und geht dann in langsames, rhythmisches Saugen und Schlucken über. Die Brustwarze ist danach nicht abgeflacht oder weiß.

Es gibt viele Stillpositionen – Wiegehaltung, Kreuzhaltung, Rückenhaltung („Football-Haltung“), zurückgelehnt oder im Liegen auf der Seite. NHS und La Leche League empfehlen auszuprobieren, was für Sie beide passt. Tut es die ganze Mahlzeit über weh, lösen Sie das Vakuum sanft (Finger in den Mundwinkel) und legen Sie neu an.

Wie oft stillen: 8- bis 12-mal in 24 Stunden

Laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) möchten die meisten Babys in den ersten Wochen etwa 8- bis 12-mal oder öfter in 24 Stunden an die Brust; Zeitpunkt und Dauer bestimmt das Baby. Der NHS beschreibt für die ersten Tage Abstände von etwa 1 bis 3 Stunden. Die WHO spricht von responsivem Stillen – so oft das Baby möchte, tagsüber und nachts.

  • Frühe Hungerzeichen (NHS): Unruhe, Saugen an Fäusten oder Fingern, Schmatzen, Suchen mit offenem Mund. Weinen ist ein spätes Zeichen – ein weinendes Baby lässt sich schwerer anlegen.
  • Nächtliches Stillen ist wichtig: Laut NHS wird nachts mehr Prolaktin gebildet, das Hormon für die Milchbildung; viele Babys brauchen auch später noch eine oder mehrere Nachtmahlzeiten (BIÖG).
  • Schläfriges Baby: La Leche League rät, ein schläfriges Neugeborenes zu 10–12 aktiven Stillmahlzeiten in 24 Stunden zu ermuntern (mehr Hautkontakt, Anlegen im leichten Schlaf).
  • Phasen häufigen Stillens (Wachstumsschübe, Clusterfeeding) sind in den ersten Wochen häufig – Ihr Baby trinkt dann einige Tage öfter, das ist normal.

Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt, mindestens bis zum Beginn des 5. und höchstens bis zum Beginn des 7. Monats ausschließlich zu stillen und auch nach Einführung der Beikost weiterzustillen; die WHO nennt 6 Monate ausschließliches Stillen.

Woran Sie erkennen, dass Ihr Baby genug Milch bekommt

Die verlässlichsten Hinweise sind Windeln und Gewicht. Die Tabelle fasst die Checkliste der UNICEF UK Baby Friendly Initiative („How can I tell that breastfeeding is going well?“) und des NHS zusammen:

Alter des Babys Nasse Windeln / 24 h Volle Windeln / 24 h
1.–2. Tag 1 oder mehr (NHS: in den ersten 48 Stunden insgesamt 2–3) 1 oder mehr, dunkelgrün-schwarzer, klebriger Stuhl (Mekonium)
3.–4. Tag 3 oder mehr, spürbar schwerer mindestens 2, Farbe ändert sich, Stuhl wird weicher
5.–6. Tag 5 oder mehr, schwer mindestens 2, gelb, teils recht flüssig
7. Tag bis 4. Woche 6 oder mehr, schwer mindestens 2, gelb, krümelig, mindestens so groß wie eine große Münze

Gewicht: Eine Gewichtsabnahme in den ersten 3–4 Tagen ist normal, danach sollte Ihr Baby stetig zunehmen (NHS). Nach den Leitlinien des britischen NICE ist eine Stillbeurteilung nötig, wenn ein Baby mehr als 10 % seines Geburtsgewichts verliert oder es bis zur 3. Woche nicht wieder erreicht. Das Gewicht wird auch bei den U-Untersuchungen beim Kinderarzt kontrolliert.

Weitere gute Zeichen (NHS, UNICEF UK, Netzwerk Gesund ins Leben): hörbares Schlucken (ab dem 3.–4. Tag), feuchter Mund, entspannte Hände, Ihr Baby löst sich meist selbst von der Brust und wirkt danach zufrieden; die Brust fühlt sich danach weicher an; eine Mahlzeit dauert etwa 5 bis 40 Minuten und schmerzt nicht.

Wann Sie Hilfe holen sollten

Wenden Sie sich an Ihre Hebamme, eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC oder Ihre Kinderärztin bzw. Ihren Kinderarzt, wenn:

  • Ihr Baby weniger nasse oder volle Windeln hat als in der Tabelle oder nach den ersten Tagen noch orange-rötliche Kristalle (Urate) in der Windel sind;
  • es sehr schläfrig ist und weniger als 6 Mahlzeiten in 24 Stunden hat, Mahlzeiten ständig kürzer als 5 oder länger als 40 Minuten dauern oder Sie ab dem 3.–4. Tag kein Schlucken hören (UNICEF UK);
  • es mehr als 10 % seines Geburtsgewichts verloren oder es bis zur 3. Woche nicht wieder erreicht hat (NICE);
  • Haut oder Augenweiß gelb sind und die Gelbfärbung zunimmt, der Urin dunkelgelb oder braun und der Stuhl hell, cremefarben ist – laut NHS Zeichen einer Neugeborenengelbsucht, die rasch ärztlich abgeklärt werden müssen; ist das Baby schon in den ersten 24 Stunden gelb, sehr schläfrig und kaum weckbar oder trinkt es nicht, holen Sie sofort Notfallhilfe;
  • das Stillen die ganze Zeit schmerzt, Ihre Brustwarzen wund sind oder die Brustwarze nach dem Stillen abgeflacht ist;
  • Sie eine gerötete, heiße, schmerzende Brust und 38 °C Fieber oder mehr haben.

In Österreich vermitteln laut Gesundheitsportal das Österreichische Hebammengremium, der Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs (VSLÖ) und La Leche Liga Beratung und Stillgruppen.

Häufige Probleme in den ersten Wochen

Wunde und rissige Brustwarzen

Sie sind meist ein Zeichen für zu flaches Anlegen. Ein paar Tropfen Muttermilch oder reines Lanolin nach dem Stillen können helfen, der erste Schritt ist aber, das Anlegen zu verbessern. Ursachen und Tipps finden Sie im Beitrag Wunde Brustwarzen beim Stillen: Ursachen und was hilft.

Volle, harte Brüste und Milchstau

Beim Milcheinschuss können die Brüste gespannt sein, und Ihr Baby kann schwerer andocken. Häufiges Stillen und etwas Milch vor dem Anlegen auszustreichen, damit der Warzenhof weicher wird, helfen. Mehr dazu in Milchstau und Brustdrüsenschwellung: was hilft, wann zum Arzt.

„Ich habe zu wenig Milch“

Häufiges Stillen in den ersten Wochen ist normal und kein Zeichen für zu wenig Milch. Prüfen Sie Windeln und Gewicht; liegen sie nicht im Rahmen, holen Sie früh fachlichen Rat ein, bevor Sie zufüttern.

Hilfreiche Stillprodukte

Zum Stillen brauchen Sie wenig Ausstattung – ein paar Dinge erleichtern aber die ersten Wochen.

Produkt Wann hilfreich Worauf achten
Stilleinlagen Wenn zwischen den Mahlzeiten Milch ausläuft Bei jeder Mahlzeit wechseln, die Haut soll trocken bleiben
Reines Lanolin Empfindliche Brustwarzen nach dem Stillen Hautpflege – ersetzt nicht das Korrigieren des Anlegens
Stillkissen Bequeme Haltung beim Stillen Nur beim Stillen und im Wachzustand – nicht zum Schlafen des Babys
Milchpumpe Trennung vom Baby, sehr volle Brust, auf fachlichen Rat Anfangs nicht nötig; passende Brusthaubengröße

Stilleinlagen

Die anatomisch geformten 3D-Stilleinlagen von Canpol babies haben laut Hersteller 6 Schichten, sind 1,3 mm dünn, haben zwei Klebestreifen und sind einzeln verpackt. Die LOVI Stilleinlagen Discreet Elegance sind laut Hersteller 1 mm dünn, nehmen bis zu 100 ml auf und sind ebenfalls einzeln verpackt. Weitere Modelle in der Kategorie Stilleinlagen.

Lanolin für die Brustwarzen

Die Lanolincreme von Canpol babies (7 g, als Stift) und die LOVI Lanolincreme (37 g) enthalten laut Herstellern 100 % reines Lanolin ohne Zusätze und müssen vor dem Stillen nicht abgewaschen werden. Mehr in Brustpflege.

Stillkissen

Ein Stillkissen bringt Ihr Baby auf Brusthöhe und entlastet Arme und Rücken. Das KikkaBoo Stillkissen Hedge-hugs misst laut Hersteller 60 × 47 × 20 cm, hat einen abnehmbaren Bezug mit Reißverschluss und OEKO-TEX-zertifizierte Materialien. Nutzen Sie es beim Stillen; zum Schlafen gehört Ihr Baby in Rückenlage auf eine flache, feste Unterlage ohne Kissen. Alle Modelle: Stillkissen.

Milchpumpe – nur bei Bedarf

Trinkt Ihr Baby gut, brauchen Sie in den ersten Wochen meist keine Pumpe. Sie ist hilfreich, wenn Sie von Ihrem Baby getrennt sind, es Probleme beim Saugen hat oder Ihre Stillberaterin es empfiehlt. Für gelegentliches Abpumpen eignet sich z. B. die Canpol babies Handmilchpumpe Basic Light, die laut Hersteller ohne Strom funktioniert, leise ist und zu Canpol-babies-Flaschen passt. Tipps zur Auswahl in Milchpumpe kaufen: Ratgeber; alle Modelle in Milchpumpen.

Das ganze Sortiment: Stillen, Canpol babies und LOVI.

Häufige Fragen

Wie oft am Tag sollte ich mein Neugeborenes stillen?

Meist mindestens 8- bis 12-mal in 24 Stunden, auch nachts (BIÖG, NHS). Stillen Sie nach Hungerzeichen, nicht nach der Uhr.

Wie lange dauert eine Stillmahlzeit?

Es gibt keine feste Regel; UNICEF UK nennt etwa 5 bis 40 Minuten. Lassen Sie Ihr Baby sich selbst von der Brust lösen und bieten Sie dann die zweite Seite an.

Soll ich ein schläfriges Baby zum Stillen wecken?

In den ersten Tagen und Wochen: Wenn es sehr schläfrig ist und weniger als 8 Mahlzeiten am Tag hat, ermuntern Sie es sanft – mit Hautkontakt und Anlegen im leichten Schlaf. Bei weniger als 6 Mahlzeiten in 24 Stunden sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Kinderarzt.

Braucht ein gestilltes Baby Wasser oder Tee?

Nein. In der Zeit des ausschließlichen Stillens braucht Ihr Baby weder Wasser noch Tee oder andere Getränke (WHO).

Woran erkenne ich, dass ich genug Milch habe, wenn ich die Trinkmenge nicht sehe?

Zählen Sie die Windeln (siehe Tabelle), achten Sie auf hörbares Schlucken und lassen Sie das Gewicht kontrollieren. Passen die Zeichen nicht, holen Sie früh Hilfe.

Ist es normal, dass mein Baby ein paar Tage fast ständig trinken will?

Ja, Phasen häufigen Stillens sind gerade in den ersten Wochen typisch. Hat Ihr Baby genug Windeln und nimmt zu, ist das meist normal.

Quellen

Die Inhalte dienen der Information und ersetzen nicht den Rat Ihrer Kinderärztin oder Ihres Kinderarztes. Bei Stillproblemen wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC.

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