Kurz gesagt: Putzen Sie die Zähne ab dem ersten Milchzahn – zweimal täglich, zuletzt direkt vor dem Schlafengehen. Die gemeinsame Empfehlung der zahnärztlichen Fachgesellschaften und Kinderärzte lautet: Kinderzahnpasta mit 1000 ppm Fluorid, bis zum 2. Geburtstag eine reiskorngroße Menge, danach eine erbsengroße Menge. Ihr Kind spuckt die Zahnpasta aus, ohne mit Wasser nachzuspülen, und Eltern putzen nach, bis das Kind die Technik sicher beherrscht.
Autorin: Eva Birsa, Mama und Mitgründerin von Evitas · Aktualisiert: 27.09.2026
Ab wann Zähne putzen?
Beginnen Sie mit dem Durchbruch des ersten Milchzahns, bei den meisten Babys um den 6. Monat. Schon vorher können Sie das Zahnfleisch nach dem Essen sanft mit einer feuchten Kompresse oder einer weichen Silikon-Fingerzahnbürste abwischen – so gewöhnt sich Ihr Baby an die Berührung im Mund und akzeptiert später die Zahnbürste leichter.
- Wie oft: mindestens zweimal täglich, morgens und abends.
- Abends: Zähneputzen ist das Letzte vor dem Schlafen – danach nur noch Wasser.
- Wie lange: etwa zwei Minuten, damit alle Flächen aller Zähne sauber werden.
Wie viel Zahnpasta und wie viel Fluorid?
Fluorid härtet den Zahnschmelz und ist der wirksamste tägliche Kariesschutz. Da kleine Kinder einen Teil der Zahnpasta verschlucken, kommt es auf die richtige Menge an – nicht auf fluoridfreie Zahnpasta. Seit 2021 gilt in Deutschland eine gemeinsame Empfehlung von Zahnmedizin und Kinder- und Jugendmedizin (koordiniert vom Netzwerk „Gesund ins Leben“):
| Alter | Fluorid in der Zahnpasta | Menge | Wer putzt |
|---|---|---|---|
| erster Zahn bis 2. Geburtstag | 1000 ppm | reiskorngroß | Eltern |
| 2–6 Jahre | 1000 ppm | erbsengroß | Eltern, Kind übt mit Hilfe |
| ab 6 Jahren | 1450 ppm | 1–2 cm | Kind, Eltern putzen nach |
Den Fluoridgehalt (ppm F) finden Sie auf der Tube. Bewahren Sie Zahnpasta außerhalb der Reichweite Ihres Kindes auf. Ob zusätzlich Fluoridtabletten sinnvoll sind, besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt – nicht beides ohne Rücksprache kombinieren.
Richtig Zähne putzen: Schritt für Schritt
- Setzen Sie Ihr Kind auf den Schoß oder legen Sie es mit dem Kopf in Ihren Schoß – so sehen Sie alle Zähne und stützen den Kopf.
- Geben Sie die passende Menge Zahnpasta auf eine trockene Zahnbürste mit weichen Borsten und kleinem Kopf.
- Putzen Sie mit sanften, kleinen Kreisbewegungen Außen-, Innen- und Kauflächen aller Zähne und den Zahnfleischrand.
- Ihr Kind soll die Reste ausspucken, aber nicht mit Wasser nachspülen – so wirkt das Fluorid länger.
- Spülen Sie die Bürste aus und lassen Sie sie aufrecht trocknen. Wechseln Sie sie alle 3–4 Monate oder früher, wenn die Borsten abstehen.
Putzen Sie nach, bis Ihr Kind die Technik sicher beherrscht – in der Regel bis ins Grundschulalter. Bewährt hat sich „erst du, dann ich“: Ihr Kind putzt selbst, danach putzen Sie gründlich nach.
Welche Zahnbürste?
- Fingerzahnbürste: zur Zahnfleischmassage und für die ersten Zähnchen, z. B. die Silikon-Fingerzahnbürste von Mushie mit Noppen für gereiztes Zahnfleisch.
- Silikon-Lernzahnbürste: extraweiche Borsten und ein ergonomischer Griff, den Ihr Kind selbst halten kann (z. B. Mushie).
- Weiche Kinderzahnbürste: die dreiseitige Zahnbürste von Fridababy reinigt Vorder-, Rück- und Kaufläche gleichzeitig.
- Elektrische Zahnbürste für größere Kinder: die Neno Fratelli ist für Kinder ab 6 Jahren gedacht und hat einen 2-Minuten-Timer.
Zahnbürsten und Zubehör finden Sie in der Kollektion Mundhygiene. Steht Ihr Kind schon sicher, hilft ein Lernturm oder ein stabiler Tritt am Waschbecken.
Der erste Zahnarztbesuch
Gehen Sie mit Ihrem Kind zum Zahnarzt, sobald die ersten Zähne da sind. In Deutschland gehören zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen ab dem 6. Lebensmonat zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Danach sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll, auch ohne Beschwerden.
- Sprechen Sie ruhig und positiv über den Zahnarzt, ohne Drohungen („wenn du nicht putzt, tut es weh“).
- Spielen Sie Zahnarzt: Zählen Sie erst dem Kuscheltier, dann Ihrem Kind die Zähne.
- Wählen Sie einen Termin, an dem Ihr Kind ausgeruht und satt ist.
So motivieren Sie Ihr Kind zum Zähneputzen
Fast jedes Kleinkind wehrt sich irgendwann gegen die Zahnbürste. Hilfreich ist, das Putzen zu einem vorhersehbaren, angenehmen Teil des Tages zu machen:
- Feste Routine: immer zur gleichen Zeit, abends als Teil des Einschlafrituals (Baden, Schlafanzug, Zähne, Geschichte).
- Vorbild sein: putzen Sie gemeinsam – Kinder ahmen Eltern und Geschwister am liebsten nach.
- Mitbestimmen lassen: Farbe der Zahnbürste oder des Bechers selbst aussuchen; das Gefühl von Kontrolle verringert Widerstand.
- Zwei Minuten Spiel: ein kurzes Lied, eine Sanduhr oder die „Jagd nach versteckten Krümeln“.
- Das Kuscheltier hilft: erst dem Teddy „die Zähne putzen“, dann dem Kind.
- Sichtbarer Fortschritt: ein Stickerkalender, in den Ihr Kind nach jedem Putzen einen Sticker klebt.
- Lob statt Süßigkeiten: loben Sie die Mühe, belohnen Sie nicht mit Süßem.
Ernährung und gesunde Zähne
Neben dem Putzen schützt weniger Zucker die Zähne am meisten: Süßigkeiten, süße Getränke und ständiges Snacken einschränken. Zwischen den Mahlzeiten Wasser anbieten, keine Flasche mit Milch oder Saft zum Einschlafen. Mehr zum gesunden Start mit fester Nahrung lesen Sie im Ratgeber Beikost einführen: wann beginnen.
Häufige Fragen
Darf mein Baby schon Zahnpasta mit Fluorid bekommen?
Ja. Ab dem ersten Zahn wird Zahnpasta mit 1000 ppm Fluorid empfohlen, bis zum 2. Geburtstag aber nur in Reiskorngröße.
Was, wenn mein Kind Zahnpasta verschluckt?
Die empfohlene Menge ist klein, gelegentliches Verschlucken ist daher unbedenklich. Bringen Sie Ihrem Kind nach und nach das Ausspucken bei und bewahren Sie die Tube unerreichbar auf. Bei größeren Mengen ärztlichen Rat einholen.
Ab wann kann mein Kind allein Zähne putzen?
Selbst üben darf es früh, nachputzen sollten Eltern aber, bis das Kind alle Flächen zuverlässig reinigt – meist bis ins Grundschulalter.
Wie oft die Kinderzahnbürste wechseln?
Alle 3–4 Monate oder früher, wenn die Borsten abstehen oder zerkaut sind.
Wann zum ersten Mal zum Zahnarzt?
Sobald die ersten Zähne da sind; in Deutschland sind Früherkennungsuntersuchungen ab dem 6. Lebensmonat Kassenleistung.
Quellen
- DGPZM – Empfehlungen für Kinderzahnpasten mit Fluorid
- EAPD – Guidelines on the use of fluoride for caries prevention in children (2019, PDF)
Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt nicht den Rat Ihrer Kinderärztin, Ihres Kinderarztes oder Ihrer Zahnärztin.


