Kurz gesagt: Laut der europäischen Fachgesellschaft ESPGHAN sollte Beikost nicht vor der 17. und nicht nach der 26. Lebenswoche eingeführt werden. Das deutsche Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt ebenso, frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats zu starten; die meisten Babys sind um den 6. Monat bereit. Achte auf die Zeichen der Beikostreife: Dein Baby hält den Kopf stabil, sitzt mit Unterstützung und interessiert sich fürs Essen. Beginne mit einer Mahlzeit am Tag und kleinen Mengen und stille bzw. füttere Säuglingsmilch weiter. Allergene musst du nicht hinauszögern, aber Honig und Kuhmilch als Hauptgetränk sind vor dem 1. Geburtstag tabu.
Autorin: Eva Birsa, Mama und Mitgründerin von Evitas · Aktualisiert: 27.09.2026
Wann ist dein Baby bereit für Beikost?
Die ESPGHAN empfiehlt, mit der Beikost nicht vor der 17. Woche (4 Monate) zu beginnen und sie nicht über die 26. Woche (6 Monate) hinaus hinauszuzögern. Die meisten Babys sind um den 6. Monat bereit. Die Entwicklung deines Babys zählt mehr als der Kalender:
- hält den Kopf stabil und sitzt mit Unterstützung,
- schaut dir interessiert beim Essen zu und öffnet den Mund,
- versucht, nach Essen zu greifen und es zum Mund zu führen,
- schiebt Essen nicht mehr automatisch mit der Zunge heraus.
Brei oder Baby-led Weaning (BLW)?
| Brei mit dem Löffel | BLW – Baby isst selbst | |
|---|---|---|
| Was es ist | zerdrücktes oder püriertes Essen, das ein Erwachsener füttert | weiche Stücke, die das Baby selbst greift |
| Vorteile | Menge leichter im Blick, Eisen schneller eingeführt | fördert Selbstständigkeit, Feinmotorik und verschiedene Konsistenzen |
| Worauf achten | nach und nach zu dickeren, stückigeren Konsistenzen übergehen | Baby muss ohne Hilfe sitzen; Stücke weich und fingerförmig |
| Geeignet für | die meisten Familien als Einstieg | Babys, die schon gut sitzen (meist ab 6 Monaten) |
Viele Familien kombinieren beides: Brei vom Löffel und dazu weiche Fingerfood-Stücke zum Entdecken. Wichtig ist, dass sich dein Baby bis 8–9 Monate auch an stückige Konsistenzen gewöhnt.
Die ersten Wochen: so fängst du an
- Eine Mahlzeit am Tag, meist mittags, wenn das Baby nicht zu hungrig oder müde ist.
- 1–3 Teelöffel zum Start; die Menge nach und nach steigern.
- Mit Gemüse beginnen: Karotte, Zucchini, Blumenkohl, Brokkoli, Kartoffel. So gewöhnt sich dein Baby auch an weniger süße Geschmäcker.
- Ein neues Lebensmittel ein paar Tage hintereinander anbieten, bevor das nächste kommt – so erkennst du eine Reaktion leichter.
- Nicht drängen. Manche Lebensmittel muss ein Baby 8–10 Mal probieren, bis es sie annimmt.
Beikostplan Monat für Monat
| Alter | Beikostmahlzeiten | Was anbieten |
|---|---|---|
| 5–7 Monate | 1 (mittags) | Gemüsebrei, dann Gemüse mit Kartoffel und Fleisch |
| 6–8 Monate | 2 (mittags, abends) | Milch-Getreide-Brei am Abend; gut durchgegartes Ei und Fisch |
| 7–9 Monate | 3 (+ Obst-Getreide-Brei als Zwischenmahlzeit) | Apfel, Birne, Banane mit Getreide; stückige Konsistenzen |
| 10–12 Monate | 5 (3 Hauptmahlzeiten + 2 Zwischenmahlzeiten) | schrittweiser Übergang zum angepassten Familienessen |
Milch (Muttermilch oder Säuglingsmilch) bleibt das ganze erste Jahr ein wichtiger Teil der Ernährung – auch nach Einführung der Beikost soll weitergestillt werden. Biete zu jeder Mahlzeit ein paar Schlucke Wasser aus dem Becher an.
Gluten und Allergene
- Gluten: laut ESPGHAN jederzeit zwischen dem 4. und 12. Monat möglich. Der Zeitpunkt verhindert keine Zöliakie, aber vermeide in den ersten Wochen große Mengen und steigere langsam.
- Ei, Fisch und andere Allergene: Hinauszögern verhindert keine Allergien. Führe sie nach Beikoststart nach und nach ein und achte auf mögliche Reaktionen.
- Babys mit erhöhtem Risiko (starkes Ekzem, bekannte Allergie): Sprich vor der Einführung von Allergenen mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.
Was Babys vor dem 1. Geburtstag nicht essen sollten
- Honig – er kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten.
- Kuhmilch als Hauptgetränk – kleine Mengen im Brei oder beim Kochen sind in Ordnung.
- Zugesetztes Salz und Zucker sowie gesüßte Getränke.
- Ganze Nüsse, Erdnüsse, ganze Weintrauben und Cherrytomaten – Erstickungsgefahr. Nüsse gemahlen oder als Nussmus anbieten, Trauben der Länge nach vierteln.
Sicherheit beim Essen
- Beim Essen sollte dein Baby aufrecht und angeschnallt im Hochstuhl sitzen – nie im Liegen oder im Auto.
- Lass es beim Essen nie allein.
- Würgen ist normal – ein Reflex, der beim Lernen hilft. Ersticken ist dagegen still und erfordert sofortiges Handeln, deshalb lohnt sich ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind für Eltern.
Produkte, die den Beikoststart erleichtern
- Hochstuhl mit Fußstütze, damit dein Baby stabil sitzt, z. B. Cybex LEMO, Cybex Click & Fold, Nuna Bryn oder Anex Ozy.
- Teller und Schüsseln mit Saugfuß, die das Baby nicht umkippen kann, z. B. Silikonteller von Mushie und Done by Deer.
- Weiche Beikostlöffel für die ersten Breie sowie Besteck zum Selberessen.
- Trinklernbecher oder offener Becher für Wasser zu den Mahlzeiten.
- Tischsets und Lätzchen mit Auffangschale für weniger Chaos beim BLW.
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Häufige Fragen
Wann sollte ich mit der Beikost beginnen?
Laut ESPGHAN nicht vor der 17. und nicht nach der 26. Lebenswoche, sobald dein Baby Zeichen der Beikostreife zeigt. Das Netzwerk Gesund ins Leben empfiehlt frühestens mit Beginn des 5. und spätestens mit Beginn des 7. Monats. Die meisten Babys sind um den 6. Monat bereit.
Mit welchen Lebensmitteln fange ich an?
Meist mit Gemüsebrei (Karotte, Zucchini, Blumenkohl), dann kommen Kartoffel und Fleisch dazu. Eisenreiche Lebensmittel sind wichtig.
Wie viel sollte mein Baby am Anfang essen?
1–3 Teelöffel pro Mahlzeit. Am Anfang geht es vor allem ums Entdecken von Geschmäckern – Milch bleibt die Hauptnährstoffquelle.
Wann führe ich Gluten ein?
Laut ESPGHAN zwischen dem 4. und 12. Monat, in kleinen Mengen und schrittweise.
Ist Baby-led Weaning sicher?
Ja, wenn dein Baby ohne Hilfe sitzt, das Essen weich und passend geformt ist und immer ein Erwachsener dabei ist. Harte und runde Lebensmittel vermeiden.
Braucht mein Baby Wasser, wenn es Beikost bekommt?
Ja, biete zu jeder Mahlzeit ein paar Schlucke Wasser aus dem Becher an. Gesüßte Getränke sind nicht geeignet.
Lies auch: Sicherheit von Säuglingsmilch: Was Eltern heute wissen müssen, Hochstuhl kaufen: worauf achten und ab wann? und Zähneputzen bei Kindern: ab wann und wie viel Zahnpasta.
Quellen
- Netzwerk Gesund ins Leben – Handlungsempfehlungen: Beikosteinführung
- ESPGHAN – Complementary Feeding: A Position Paper (2017)
Dieser Inhalt dient nur der Information und ersetzt nicht die Beratung durch deine Kinderärztin, deinen Kinderarzt oder deine Hebamme.


