Kurz gesagt: Für ein sicheres erstes Weihnachten mit Baby stellen Sie den Christbaum standfest auf und hängen Glaskugeln nach oben. Knopfzellen und Magnete gehören verschlossen, Pflanzen und Kerzen außer Reichweite. Auch bei Verwandten schläft das Baby auf dem Rücken in einem leeren Bett, ohne Überwärmung. Besuche begrenzen, Hände waschen, Schläfchen einplanen.
Autorin: Eva Birsa, Mama und Mitgründerin von Evitas · Aktualisiert: 12.10.2026
Sicherheit zu Hause in der Adventszeit
Im ersten Lebensjahr entdecken Babys schnell, dass sie greifen, ziehen und alles in den Mund stecken können. Sobald sie krabbeln oder sich an Möbeln hochziehen, werden Adventskranz, Christbaum, Schmuck und Geschenke auf dem Boden zum spannendsten Teil der Wohnung, von Nikolaus bis Heiligabend. Die britische Unfallpräventionsorganisation CAPT und die American Academy of Pediatrics (AAP) empfehlen für die Feiertage einige einfache Maßnahmen.
Christbaum und Baumschmuck
- Standfestigkeit: Stellen Sie den Baum in einen stabilen, schweren Ständer, am besten in eine Ecke, damit das Baby ihn nicht umziehen kann. Einen echten Baum nicht neben Kamin oder Heizkörper stellen und den Ständer regelmäßig mit Wasser auffüllen (AAP).
- Glaskugeln nach oben: An die unteren Zweige nur bruchsicheren, weichen Schmuck hängen; Glas, Porzellan und Schmuck mit Kleinteilen (Haken, Glitzer, Perlen) weiter oben.
- Lametta und Engelshaar: Babys können es abreißen und in den Mund nehmen, deshalb dieses Jahr lieber weglassen oder außer Reichweite hängen.
- Haken und Drähte: heruntergefallene Teile sofort aufheben.
Lichterketten, Kabel und Kerzen
- Lichterketten vor Gebrauch prüfen; beschädigte oder lose Kabel nicht verwenden und Mehrfachsteckdosen nicht überlasten (CAPT).
- Kabel hinter Möbeln verlegen oder befestigen, damit das Baby nicht daran ziehen kann.
- Kerzen, echte oder dekorative, gehören nicht in die Nähe des Baums; CAPT warnt vor Verbrennungen und Bränden. Brennende Kerzen am Adventskranz nie unbeaufsichtigt lassen.
Knopfzellen und Magnete: Notfallhilfe
Knopfzellen stecken in Fernbedienungen, Musikkarten, Lichterketten, LED-Kerzen und leuchtendem Spielzeug. NHS England warnt, dass eine verschluckte Knopfzelle in kurzer Zeit schwere Verätzungen in der Speiseröhre verursachen kann, auch wenn sie leer ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass Beschwerden erst nach Stunden auftreten können. Verschluckte Magnete können sich im Darm gegenseitig anziehen und ihn verletzen.
- Produkte mit verschraubtem Batteriefach wählen.
- Ersatz- und Altbatterien verschlossen und für Kinder unerreichbar aufbewahren.
- Beim Auspacken der Geschenke prüfen, ob die Batteriefächer sicher verschlossen sind.
Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind eine Knopfzelle oder einen Magneten verschluckt hat: Fahren Sie sofort in eine Kinderklinik oder Notaufnahme oder rufen Sie die 112 (BfR). Warten Sie nicht auf Symptome und nehmen Sie die Verpackung oder ein gleiches Produkt mit.
Weihnachtspflanzen
Die französische Behörde für Lebensmittel- und Umweltsicherheit ANSES gibt an, dass Stechpalme, Mistel und Weihnachtsstern beim Verschlucken giftig sein können. Beim Weihnachtsstern kommt es bei Kindern meist nur zu leichten Magen-Darm-Beschwerden; bei der Mistel sind die Blätter giftiger als die Beeren; bei der Stechpalme verursachen ein bis zwei Beeren meist keine oder nur leichte Beschwerden, größere Mengen können ernster sein. Stellen Sie die Pflanzen außer Reichweite und sammeln Sie heruntergefallene Blätter und Beeren auf.
Hat das Baby von einer Pflanze gegessen: Mund mit einem feuchten Tuch auswischen, nichts zu trinken geben und den Giftnotruf (in Österreich die Vergiftungsinformationszentrale), die Kinderärztin bzw. den Kinderarzt oder die 112 anrufen. Name oder Foto der Pflanze bereithalten.
Heiße Getränke, Geschenkpapier und Geschenke älterer Kinder
- Mit dem Baby auf dem Schoß keinen heißen Tee, Kaffee oder Glühwein trinken. Tassen weit vom Tischrand abstellen (AAP, CAPT).
- Geschenkpapier, Bänder und Tüten sofort wegräumen (AAP); Plastiktüten und Schnüre sind kein Spielzeug.
- Spielzeug älterer Geschwister und Cousins hat oft Kleinteile. Nach der Bescherung außer Reichweite des Babys räumen.
- Bei Verwandten Medikamente und Putzmittel nach oben räumen (auch vom Nachttisch) und Rollo-Schnüre hochbinden (CAPT).
Tabelle: Gefahr und was zu tun ist
| Gefahr | Warum | Was tun |
|---|---|---|
| Christbaum | kippt, wenn das Baby an Zweigen zieht | schwerer Ständer, Zimmerecke, bei Bedarf Schutzgitter |
| Glaskugeln, Schmuck mit Kleinteilen | Schnittverletzungen, Ersticken | unten nur weicher, bruchsicherer Schmuck |
| Lametta | Baby steckt es in den Mund | dieses Jahr ohne oder weit oben |
| Lichterketten und Kabel | Ziehen, Stromschlag, Verbrennung | prüfen, Kabel hinter Möbeln, keine überlasteten Mehrfachsteckdosen |
| Knopfzellen, Magnete | schwere innere Verletzungen | verschraubte Fächer, Ersatz verschlossen; im Verdachtsfall sofort Notaufnahme/112 |
| Stechpalme, Mistel, Weihnachtsstern | Vergiftung | außer Reichweite; bei Verschlucken Mund auswischen, Giftnotruf/112 |
| Kerzen, Adventskranz | Verbrennung, Brand | weg vom Baum, nie unbeaufsichtigt |
| Heiße Getränke | Verbrühung | nie mit Baby auf dem Schoß, weg vom Tischrand |
| Geschenkpapier, Tüten, Bänder | Ersticken | sofort wegräumen |
| Spielzeug älterer Kinder | Kleinteile | wegräumen; fürs Baby nur Spielzeug ab 0 Monaten |
Sicherer Schlaf an den Feiertagen
The Lullaby Trust, die britische Organisation für sicheren Babyschlaf, betont, dass die Regeln für jeden Schlaf gelten, tagsüber und nachts, auch bei Besuchen und auf Reisen.
- Auf dem Rücken, im leeren Bett: kein Schmuck, kein Spielzeug, keine Kuscheltiere, Kissen, Decken oder Nestchen. Weihnachtsschmuck nicht am oder über dem Babybett aufhängen.
- Übernachten bei Verwandten: vorher klären, wo das Baby schläft, oder ein Reisebett mitnehmen. Die Matratze sollte fest, flach und unbeschädigt sein; keine gefalteten Decken unter das Baby legen, um es weicher zu machen.
- Keine Überwärmung: empfohlen sind 16–20 °C Raumtemperatur. Das Bett nicht neben Heizkörper, Ofen oder Kamin stellen. In Innenräumen braucht das Baby keine Mütze. Wärme an Brust oder Nacken prüfen; ist es verschwitzt, eine Schicht ausziehen.
- Schlafsack statt Decke: den TOG-Wert nach Raumtemperatur wählen (siehe Babyschlafsack TOG-Tabelle und unsere Schlafsäcke).
- Die Babyschale ist kein Schlafplatz: Schläft das Baby im Auto ein, legen Sie es bei der Ankunft auf eine flache Unterlage.
- Alkohol, Rauchen und Familienbett: Nicht mit dem Baby in einem Bett schlafen, wenn jemand im Bett Alkohol getrunken hat, raucht oder müde machende Medikamente genommen hat. Nie mit dem Baby auf dem Sofa oder im Sessel einschlafen.
Vor Weihnachten hat The Lullaby Trust außerdem vor Schlafprodukten als Geschenk gewarnt, die nicht den Empfehlungen entsprechen: Nestchen, Lagerungskissen, Babynester (Pods) und flauschige Felldecken. Ein gut gemeintes Schlafgeschenk darf ruhig im Schrank bleiben.
Für ältere Geschwister, die bei Oma übernachten, ist der KikkaBoo Winterschlafsack mit Beinen praktisch: laut Hersteller 2 TOG, geeignet für 18–20 °C Raumtemperatur und erhältlich für 2–5 Jahre. Für Babys ist er nicht gedacht.
Rhythmus und Besuch
Schläfchen und zu viele Reize
Lichter, Musik, laute Gespräche und von Arm zu Arm gereicht zu werden, kann ein Baby anstrengen. Müdigkeitszeichen sind Augenreiben, Wegdrehen des Kopfes, Unruhe und Weinen. Behalten Sie den gewohnten Schlafrhythmus ungefähr bei: Bringen Sie das Baby in einen ruhigen, abgedunkelten Raum und legen Sie es ins Bett oder Reisebett. Verteilen Sie Besuche lieber auf mehrere Feiertage als alle an einem Tag.
Herumreichen, saubere Hände und Küsse
- Wer das Baby hält, wäscht sich vorher die Hände (AAP).
- Verwandte mit Erkältung, Fieber oder Durchfall freundlich bitten, den Besuch zu verschieben.
- Bitten Sie darum, das Baby nicht auf Gesicht und Hände zu küssen. Der NHS warnt, dass ein Kuss von jemandem mit Lippenherpes bei Neugeborenen eine gefährliche Infektion auslösen kann.
- Es ist völlig in Ordnung zu sagen, dass das Baby heute nicht herumgereicht wird.
Stillen und Füttern bei Besuchen
Füttern Sie nach Bedarf, auch wenn Sie dadurch einen Teil des Weihnachtsessens verpassen. Vereinbaren Sie mit den Gastgebern vorab einen ruhigen Raum zum Stillen oder Fläschchengeben. Nehmen Sie genug Still- bzw. Fütterzubehör, Wickelsachen und Wechselkleidung mit.
Unterwegs in der Babyschale
In der Babyschale trägt das Baby dünne Schichten, ohne Winterjacke oder dicken Overall unter den Gurten; die Decke kommt über die geschlossenen Gurte. Mehr dazu im Artikel Baby im Winter anziehen. Babyschalen finden Sie in der Kollektion Kindersitze 40–87 cm, alle Modelle unter Kindersitze.
Geschenke und erste Weihnachtserinnerungen
- Spielzeug: Wählen Sie altersgerechtes Spielzeug mit CE-Kennzeichnung. Das Symbol mit durchgestrichenem Kind und „0–3“ bedeutet, dass das Spielzeug nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet ist. Ideen nach Alter im Artikel Weihnachtsgeschenke für Kleinkinder.
- Weicher Baumschmuck: Das CamCam Weihnachtsschmuck-Set OCS Snowman besteht aus drei weichen Anhängern aus Bio-Baumwolle. Der Hersteller weist darauf hin, dass sie kein Spielzeug, sondern reine Dekoration sind, also an den Baum und nicht ins Babybett. Mehr in der Kollektion Cam Cam Copenhagen und in der Weihnachtskollektion.
- Adventskalender für die ganze Familie: Stoffkalender wie Rockahula Jolly Christmas und Rockahula Christmas Dolls House haben 24 wiederverwendbare Taschen. Für Jolly Christmas gibt der Hersteller an, dass er Kleinteile enthält, nicht für Kinder unter 36 Monaten geeignet ist und wegen der langen Aufhängeschnur außer Reichweite der Kleinsten aufgehängt werden soll. Ideen zum Befüllen: Adventskalender für Kleinkinder.
- Erinnerungen: Halten Sie das erste Weihnachten mit einem Foto, einem Handabdruck auf Papier oder einem Anhänger mit Jahreszahl fest, der jedes Jahr an den Baum kommt.
Häufige Fragen
Ist der Christbaum gefährlich für ein Baby?
Der Baum selbst ist nicht gefährlich, wenn er standfest ist und der Schmuck angepasst wird. Unten nur weicher, bruchsicherer Schmuck, kein Lametta, Kabel verstecken. Sobald das Baby krabbelt, hilft ein Schutzgitter um den Baum.
Was tun, wenn das Baby eine Knopfzelle verschluckt hat?
Sofort in die Kinderklinik oder Notaufnahme fahren oder die 112 rufen, auch wenn das Baby beschwerdefrei wirkt. Eine Knopfzelle kann in kurzer Zeit schwere Verätzungen der Speiseröhre verursachen. Verpackung mitnehmen.
Ist der Weihnachtsstern giftig für Babys?
Laut ANSES kann der Weihnachtsstern bei Kindern leichte Magen-Darm-Beschwerden auslösen, Mistel und Stechpalme können in größeren Mengen gefährlicher sein. Alle drei außer Reichweite stellen; bei Verschlucken Giftnotruf, Kinderarzt oder 112 anrufen.
Wo soll das Baby schlafen, wenn wir über Weihnachten bei Verwandten sind?
Auf dem Rücken, im Reisebett oder Babybett mit fester, flacher Matratze, ohne Kissen, Decken und Spielzeug, in einem Raum mit 16–20 °C und weg vom Heizkörper. Babyschale und Sofa sind keine Schlafplätze.
Dürfen Verwandte das Baby küssen?
Besser nicht auf Gesicht und Hände. Wer Lippenherpes oder eine Erkältung hat, hält Abstand. Alle waschen sich vor dem Halten die Hände.
Wie behalte ich den Rhythmus meines Babys an den Feiertagen bei?
Schläfchen in einem ruhigen Raum, Besuche auf mehrere Tage verteilen, auf Müdigkeitszeichen achten und nach Bedarf füttern. Weniger Programm bedeutet entspanntere Abende für alle.
Quellen
- BfR – Kinder vor gefährlichen Verätzungen schützen (Knopfzellen)
- The Lullaby Trust – Safer sleep information
- The Lullaby Trust – Safer sleep on holiday
- The Lullaby Trust – Co-sleeping
- The Lullaby Trust – Room temperature
- The Lullaby Trust – Unsafe baby sleep products as Christmas gifts
- CAPT – 6 simple safety tips to keep children safe this Christmas
- CAPT – 8 dangerous gifts to avoid this Christmas
- NHS England – Button batteries and magnets at Christmas
- NHS – Cold sores
- ANSES – Decorative plants: ingestion can be toxic
- AAP HealthyChildren – Ways to keep kids safe and healthy during the winter holidays
Die Produktangaben stammen aus den Produktbeschreibungen in unserem Shop.
Der Inhalt dient der Information und ersetzt nicht den Rat einer Kinderärztin oder eines Kinderarztes.


