Kurz gesagt: Eine Kinder-Sonnenbrille sollte die Kennzeichnung UV400 bzw. 100 % UV-Schutz tragen, für Sommer und Spielen im Freien einen Filter der Kategorie 3 haben und zur Gesichtsbreite passen. Ein dunkleres Glas bedeutet nicht automatisch mehr Schutz. Babys unter 6 Monaten gehören vor allem in den Schatten – mit Mützchen und Sonnenschutz am Kinderwagen.
Autorin: Eva Birsa, Mama und Mitgründerin von Evitas · Aktualisiert: 27.09.2026
Brauchen Kinder wirklich eine Sonnenbrille?
Ja. Die American Academy of Ophthalmology (AAO) betont, dass jeder UV-Strahlung ausgesetzt ist, auch Kinder – deshalb sollten Babys und Kinder in der Sonne Hut und Sonnenbrille tragen. Die Strahlung ist am Wasser, auf Sand, in den Bergen und auf Schnee stärker, und die Sonne dringt auch durch dünne Wolken.
Für Babys unter 6 Monaten rät die American Academy of Pediatrics (AAP), direkte Sonne zu meiden. Lässt sie sich nicht vermeiden, helfen Mütze, Sonnenschirm und gut sitzende Sonnenbrillen, die mindestens 99 % der UVA/UVB-Strahlen blockieren.
UV400: die wichtigste Kennzeichnung
UV400 bedeutet, dass das Glas UV-Licht bis 400 nm absorbiert – laut AAO gleichbedeutend mit 100 % UV-Schutz. Die AAO betont: Ein dunkleres Glas ist nicht automatisch sicherer, schützen kann nur ein 100-%-UV-Filter. Polarisation reduziert Blendung (Wasser, Sand), schützt aber allein nicht vor UV.
Filterkategorie 0–4 nach EN ISO 12312-1
Die Filterkategorie gibt an, wie viel sichtbares Licht das Glas durchlässt – also wie dunkel es ist. Über den UV-Schutz sagt sie nichts aus, prüfen Sie daher immer auch UV400.
| Kategorie | Lichtdurchlässigkeit | Wann |
|---|---|---|
| 0 | über 80 % | klares oder sehr helles Glas |
| 1 | 43–80 % | bewölkt, schwache Sonne |
| 2 | 18–43 % | mäßige Sonne |
| 3 | 8–18 % | starke Sommersonne, Strand – die häufigste Wahl für Kinder |
| 4 | 3–8 % | sehr starkes Licht (Hochgebirge, Schnee, Gletscher); nicht geeignet zum Autofahren und für den Straßenverkehr |
Größe nach Alter
Die Brille soll die Augen und einen Teil der Gesichtsseiten abdecken, darf aber nicht an Schläfen oder Nase drücken. Messen Sie die Gesichtsbreite zwischen den Schläfen mit einem Maßband. Richtwerte nach dem Größenratgeber von Ki ET LA:
| Alter | Breite zwischen den Schläfen |
|---|---|
| 0–1 Jahr | 94–100 mm |
| 1–2 Jahre | 104–105 mm |
| 2–4 Jahre | 110 mm |
| 4–6 Jahre | 118 mm |
| 6–9 Jahre | 122–125 mm |
Worauf Sie noch achten sollten
- Flexibler Rahmen ohne Kleinteile: Kleinkinder ziehen, biegen und kauen an der Brille.
- Bruchfeste Gläser aus Polycarbonat.
- Band bei Babys und Kleinkindern, damit die Brille hält – immer unter Aufsicht eines Erwachsenen.
- Umschließende Form, damit keine UV-Strahlen von der Seite eindringen.
- Etui: abgenutzte oder zerkratzte Brillen ersetzen.
Beispiel: Modelle von Ki ET LA
Die französische Marke Ki ET LA stellt Kinder-Sonnenbrillen mit UV400-Gläsern her. Modelle in unserem Sortiment:
| Modell | Alter | Gläser | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| DIABOLA 2.0 | 0–4 Jahre (je nach Größe) | Kategorie 4, UV400 | wendbarer TPEE-Rahmen, Band |
| OURSON | 0–9 Jahre (je nach Größe) | Kategorie 3, UV400 | TPEE-Rahmen, Bärenohren, Band |
| WAZZ | 0–9 Jahre (je nach Größe) | Kategorie 3, UV400 | rechteckige Form, Band bei kleinen Größen |
| LION | Kleinkinder | Kategorie 3, UV400 | Löwenform, Korrekturgläser möglich |
| WOAM | ab 2 Jahren bis Erwachsene | Kategorie 3, UV400 | runde Retro-Form, Polycarbonat |
| ROZZ | Kinder | Kategorie 3, polarisiert, UV400 | TR90 und TPEE, Etui |
| BUZZ | 4–9 Jahre | Kategorie 3, polarisiert, UV400 | Auszeichnung Janus de la Santé |
| POP | 4–12 Jahre | Kategorie 3, polarisiert, UV400 | Bügel bis 180° biegsam |
Alle Modelle finden Sie in den Kollektionen Kinder-Sonnenbrillen und Ki ET LA – dort gibt es auch Sonnenhüte und Bademode. Lesen Sie auch unseren Ratgeber Insektenstiche, Quallen und Zecken bei Kindern: Erste Hilfe und entdecken Sie unsere Sonnencremes.
Häufige Fragen
Ab wann kann ein Kind eine Sonnenbrille tragen?
Es gibt Größen ab Geburt (0–1 Jahr). Babys unter 6 Monaten sollten laut AAP vor allem im Schatten bleiben; die Brille ist zusätzlicher Schutz, wenn sich Sonne nicht ganz vermeiden lässt.
Ist Kategorie 4 besser als Kategorie 3?
Nicht unbedingt. Kategorie 4 ist dunkler und für sehr starkes Licht gedacht (Schnee, Hochgebirge); für Alltag und Strand reicht Kategorie 3. Beide müssen UV400 haben.
Sind polarisierte Gläser nötig?
Nein. Polarisation reduziert Spiegelungen auf dem Wasser und erhöht den Komfort; vor UV schützt der UV-Filter.
Woran erkenne ich die richtige Größe?
Gesichtsbreite zwischen den Schläfen messen und mit der Tabelle vergleichen. Die Brille darf nicht von der Nase rutschen und nicht seitlich drücken.
Reicht eine günstige Spielzeug-Sonnenbrille?
Nur wenn sie klar mit UV400 oder 100 % UV-Schutz und einer Filterkategorie gekennzeichnet ist. Sonst lieber eine andere wählen.
Quellen
- AAO – Tips for Choosing the Best Sunglasses
- AAO – The Sun, UV Light and Your Eyes
- AAO – Should infants wear sunglasses? (Empfehlung der AAP)
- College of Optometrists – Filterkategorien nach EN ISO 12312-1
Die Inhalte dienen der Information und ersetzen nicht den Rat einer Kinder- oder Augenärztin.


